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EE-Schwimmbäder – Pflichtenheft für Planung &Betrieb von energieffizienten Schwimmbädern& Wellnesseinrichtungen durch innovative Techniken

Wenn man als Architekt nach Jahren der Planung von Passivhäusern (und sogar eines Energie-Plus-
Hauses) wieder mit dem Entwurf von Schwimmbädern und Wellnesshotels beauftragt wird, kommt
tiefes Unbehagen auf. Wie lässt es sich vereinbaren, dass mit der Konzeptionierung eines einzigen
Bauvorhabens das Engagement der Energie- und CO2-Einsparung von zwanzig Einfamilienhäusern
quasi mit einem Schlag aufgehoben wird? Dieser Gedanke steht am Beginn der Idee, dort
anzusetzen, wo am meisten Energie verbraucht wird und basiert auf der Erfahrung und dem Wissen,
dass noch kaum systematisch und ganzheitlich geforscht wurde, um das Problem des enormen
Energieverbrauchs von Schwimmbädern einzudämmen. Ca. 2.000 Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels,
davon ca. die Hälfte sogenannte Wellnesshotels, ca. 150 Hallenbäder in Österreich (übrigens ca.
5000 in Deutschland!) verfügen permanent entweder über enormen Sanierungsdruck oder müssen
immer wieder aufgrund des ständig steigenden Qualitätsanspruches durch neue Anlagen ersetzt
werden.
Aus persönlicher Erfahrung kann gesagt werden dass:
• kaum ein Hotelier den Energiekostenanteil seines Schwimmbades an den Gesamtenergiekosten
kennt
• Investoren, Betreiber aber auch Planer nur zum Teil das wahre Ausmaß der Höhe der zu
erwartenden Energiekosten von neuen Anlagen abschätzen können
• ein übergeordnetes Energiemanagement bei der Mehrheit der Anlagen fehlt.
• das Wissen über die Möglichkeit, energieeffiziente Schwimmbäder zu bauen, fehlt
• ein Planungshandbuch (Pflichtenheft) für Planer, Betreiber und Investoren dringend notwenig ist.
Ein solches Werk zu erstellen, würde zum Erreichen des zentralen Programmziels maßgeblich
beitragen. Das Programm verfolgt in erster Linie das Ziel, für den Gebäudesektor wirtschaftlich
umsetzbare, innovative, techni-sche und organisatorische Entwicklungen und Markteinführungen zu
ermöglichen. Durch das enorme Einsparpo-tential, das im Bereich Schwimmbad und Wellness
gegeben ist, wird ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit zu-künftiger Energieversorgung und zur
Reduktion der treibhausrelevanten Emissionen im Gebäudesektor geleistet.Da es in Österreich und
auch im benachbarten Ausland wie Deutschland und Schweiz keine vergleichbaren Publi-kationen
zum vorliegenden Thema gibt, könnte die Position Österreichs gestärkt werden. Ziel soll sein, dass
intel-ligente Gesamtsysteme im Bereich Tourismus vorliegen und auch zur Anwendung kommen.
Der ganzheitliche Ansatz dieses Forschungsansatzes kommt durch folgende Kernthemen zum
Ausdruck:
• Ökologisch und ökonomisch optimierter Entwurf – Baukörpertypologie
• Solararchitektur, aktive und passive Nutzung der Sonnenenergie
• Bauen mit Holz – ökologisches Bauen – auch für Schwimmbäder
• Energieeffizienz – Passivhaus- bzw. Energie-Plus-Bauweise
• Bauliche Details und Bauphysik für energieeffiziente Schwimmbäder
• Energieeffizienz bei Schwimmbad- und Haustechnik

Das breite Spektrum dieser Ansätze erfordert das Zusammenwirken eines Konsortiums bestehend
aus Architekt, Bauphysiker, Statiker, Haustechnikplaner und Bäderplaner. Da zusätzlich dem CO2-
neutralen, nachhaltigen und ökologischen Baustoff Holz eine zentrale Rolle zukommt, unterstützt Pro
Holz Kärnten dieses Forschungsprojekt mit EURO 20.000,00 Die Bedeutung des zu lösenden
Problems kommt aber auch dadurch zum Ausdruck, dass sechs potenzielle Investoren für
Schwimmbäder bzw. Wellnesshotels spontan die Bearbeitung dieser Arbeit mit je EURO 5.000,00
unterstützen werden, womit ein Budget von EURO 50.000,00 zusätzlich zum Förderanteil der FFG
zur Verfügung steht.
Die Möglichkeit, Schwimmbäder in Passivhausstandard zu errichten, ist noch weitgehend unbekannt.
Weder Pla-ner noch Bauherren wagen es bislang, dieses Thema anzugehen, da durch den bekannt
hohen Energieverbrauch das Ziel ein Passivhaus-Schwimmbad oder gar ein Energie-Plus-Haus-
Schwimmbad zu errichten, unrealistisch erscheint. Um so mehr ist es dem Antragsteller mit seinen
Projektpartnern ein Anliegen, mit diesem Forschungs-auftrag einen übersichtlichen, prägnanten und
gut anwendbarem Planungsleitfaden zu erstellen, welcher durch Haus der Zukunft Plus an
potenziellen Betreiber, Errichter oder an der Errichtung Beteiligter zur Verfügung gestellt werden
könnte. Weiters würde dardurch ein wesentlichen Beitrag zur Verringerung des CO2-Ausstoßes, zur
nach-haltigen Kosteneinsparung für die Volkswirtschaft insgesamt, sowie für touristische Bauten im
Speziellen geleistet.

Steckbrief

  • Projektnummer
    82996
  • Koordinator
    Architekten Ronacher ZT GmbH
  • Projektleitung
    Herwig Ronacher, office@architekten-ronacher.at
  • Förderprogramm
    Neue Energien 2020
  • Dauer
    04.2011 - 03.2013
  • Budget
    136.309 €